Vermittlung von Berufskraftfahrern

10 Busfahrer aus Spanien in Gotha (6 Monate später)

Seit Mai sitzen beim Busunternehmen Steinbrück 10 gelernte Busfahrer aus Spanien hinterm Lenkrad,neun Männer und eine Frau. Doch wieso fehlt bei uns der Busfahrernachwuchs?

Christian Steinbrück: „Das liegt zum einen natürlich an der Ausbildung und an den enormen Kosten eines Führerscheins, der jetzt zur Zeit durch die Unternehmen selber beziehungsweise durch die werdenden Fahrer übernommen werden muss. In früheren Jahren war das so, dass die Bundeswehr in Größenordnungen Busfahrer wie auch LKW-Fahrer ausgebildet hat – das Segment ist aber weggebrochen.“

 

Spanische Arbeitskräfte in Deutschland – ein Beispiel, das inzwischen Schule macht. Bei uns fehlen die Fachkräfte, in Spanien die Arbeitsplätze - über 30% sind arbeitslos. Dennoch bekamen die Steinbrücks Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, wenn sie besser bezahlen würden, hätten sie auch deutsches Personal gefunden.

Christian Steinbrück: „Das kann man überhaupt nicht bestätigen, weil dies in keinster Weise so ist. Wir bezahlen nach Tarif, das heißt 10 Euro die Stunde plus Spesen plus diese gesetzlichen Zuwerte zu den Feiertagen und Weihnachtsgeld. Ein Busfahrer verdient je nach Stunden zwischen 2300 bis nach unten sag ich mal minimal 1900 Euro.“

Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Kollegen gibt es nicht. Das Unternehmen hat sich von Anfang an um alles gekümmert: Meldestelle, Versicherung, Wohnungssuche und natürlich Sprachkurs und deutsch ist für Spanier eine ziemlich komplizierte Angelegenheit.

 

Miguel Yuarez: „Die Sprachen sind so unterschiedlich und dann ist es schwer. Wenn ich versuche deutsch zu reden, dann denke ich auf spanisch.“ Miguel Juarez ist 48, geschieden, kommt aus Gran Canaria und auch, wenn es mit der Sprache noch nicht so klappt, die Busse fährt der Spanier inzwischen täglich und zwar ohne Probleme.

 

Miguel Juarez: „Dieser Beruf macht mir sehr viel Spaß, denn ich lerne Menschen kennen, kann mit denen arbeiten. Das ist eine großartige Erfahrung.“ Auch mit der Bezahlung ist er mehr als zufrieden. Miguel lebt inzwischen in Gotha, zurück nach Spanien will er nicht, genauso wenig wie seine anderen Kollegen.

 

Beitrag: Stefanie Magiera - MDR 30.05.13